Induktionskochfelder: Diese 11 Dinge sollten Sie beim Kauf beachten

Waren Sie schon mal bei jemandem zu Hause, der ein Induktionskochfeld besitzt? Dann haben Sie es auch gesehen. Ein kurzer Wisch mit dem Finger…

aeg kochfeld slide touch

… und schon nach wenigen Sekunden kocht das Wasser. So ein Kochfeld mit Slide-Touch ist schon beeindruckend – und bei den meisten Kochfeldern mit induktiver Technologie Standard. Doch wie funktioniert die Technik überhaupt?

In einem Induktionsherd oder einem Induktionskochfeld wird ein elektromagnetisches Feld erzeugt. Das Feld erhitzt magnetisierbares Geschirr direkt, ohne dass das Kochfeld selbst erst warm werden muss. Deswegen ist die Induktionstechnik wesentlich schneller beim Erhitzen als die Konkurrenz (Gussheizplatte und Glaskeramikfeld). Durch das Erhitzen ohne Umwege sparen Sie außerdem Strom und Sie leben sicherer – da die Herdplatte selbst nie heiß wird kann man sich nicht an ihr verbrennen.

Ein hartnäckiges Vorurteil können wir gleich ausräumen: Metallische Gegenstände die Sie mit sich führen, wie Ringe, Armbanduhr oder Herzschrittmacher, werden nicht erhitzt, sofern Sie 30-40cm von der Platte entfernt sind. Näher kommt man in der Regel viel zu kurz.

Soviel zur Theorie.

theorie induktion

Aber wie soll man wissen, welches Koch-Spielwiese wirklich gut ist? Was meinen Sie:

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Beim Induktionskochfeld müssen Sie auf diese 11 Dinge achten

Power Boost (Schnellstart), varioMotion (Topf wird eingespeichert), FryPerfect (Bratsensor) und so weiter: Lassen Sie sich nicht von schicken Anglizismen blenden. Achten Sie aber auf die Hersteller: Mit Siemens, Bosch und AEG können Sie nicht viel falsch machen, Neff hat eine gute Preis-Leistung. Ansonsten ist das wichtig (beginnend mit dem Wichtigsten):

I. Wichtigstes Plus: Brat- und Kochsensor

Sehr gut ist das beim Induktionskochfeld von BOSCH aus der Serie 8 geregelt.

Bosch Induktionskochfeld Serie 8
Das Bosch Induktionskochfeld Serie 8 mit Perfect Fry

Hier ist Perfect Fry (AEG: SenseFry, Siemens: BratSensor Plus) verfügbar. Bedeutet: In fünf Stufen regelt der Bratsensor automatisch, wie stark gebraten wird. So kann nichts in der Pfanne anbrennen. Ihr Steak gelingt so garantiert immer. Für Kochvorgänge gibt es als Pendant PerfectCook. Lesen Sie hier mehr zum Bosch Induktionskochfeld Serie 8.

II. Mindestvorraussetzung: Automatische Abschaltung

Automatische Abschaltung hört sich erstmal toll an, kann aber auch nach hinten losgehen. Die Abschaltautomatik sollte nicht zu panisch reagieren: Wenn ein Topf mal ein bisschen übersteht oder nur ein paar nasse/fettige Tröpfchen auf Bedienelement oder Kochfeldern verbleiben, muss sich das Kochfeld nicht gleich abschalten. Manche tun’s trotzdem. Eine gelungene Abschaltautomatik kann aber Ihr Essen retten.

III. Das Bedienelement sollte nicht zu empfindlich sein.

Nichts ist nerviger als das: Das TouchPad schaltet sich bei jedem Tropfen Wasser sofort ab und/oder piept wie verrückt. Sprudelt das Wasser im Kochtopf, ist das quasi alle fünf Sekunden der Fall. Heiß kochen im vorderen Bereich wird damit quasi unmöglich. So ein Kandidat ist das Induktionskochfeld Siemens IQ700 – dafür hat es andere Qualitäten.

Siemens Induktionskochfeld 60 cm
Das Siemens Induktionskochfeld IQ 700 in 60 cm Breite

IV. Dafür sollte das Bedienelement übersichtlich sein.

Bosch hat in sein Bedienelement gleich einen Assistenten eingebaut, der zu jedem Gericht die richtige Einstellung wählt. Braucht nicht jeder. Was Bosch aber definitiv gut ausgeklügelt hat: Das Herzstück eines jeden Herds, die Wärmeregelung. Auf ganzen 30 cm Länge können Sie bequem jede Erhitzungsstufe einzeln anwählen. Kein nerviges Tippen oder wischen mehr. Ausreißer Neff verwendet als einziger Hersteller teilweise kein TouchScreen, liefert mit dem Twist Pad mehr Haptik:

TwistPad Neff TBT5820N

V. Wie laut ist der Lüfter und die Induktion?

Viele Induktionskochfelder werden durch einen aktiven Lüfter gekühlt und der kann richtig laut sein. Und die magnetischen Schwingungen der Induktion brummen dazu. Dabei erzeugen höhere Kochstufen weniger Geräusche als niedrige. Besonders leise und obendrein günstig ist zum Beispiel das Induktionskochfeld von Neff. Lesen Sie hier mehr zum Kochfeld. Günstigere Geräte von Amica oder Hanseatic können ganz schön laut werden.

VI. Flexible Zonen verlangen Ihnen nur noch Schieben ab.

Wenn man kocht besteht dieser Vorgang meist darin, die Temperatur schrittweise runterzudrehen. Da kann man sich schnell verschalten und schon ist etwas angebrannt. Viel intuitiver sind flexible Zonen (Bosch: FlexInduction, Siemens: PowerMove Plus, AEG: FlexiBridge, Neff: PowerMove): Eine Vordere zum Anbraten, eine Mittlere zum Garen und eine Hintere zum Warmhalten. Die Zonen werden aktiviert, indem man Kochgeschirr auf ihnen platziert. Sie müssen es nur dorthin schieben…

VII. Mit der Topferkennung sparen Sie sich das Umschalten

aeg MaxiSense topferkennung
Hier ein AEG Induktionsherd mit MaxiSense-Topferkennung (Credit: Pixabay / LuisaK)

AEG nennt es MaxiSense, Siemens varioMotion, Neff PowerTransfer und Bosch belässt es bei dem Namen Topferkennung, wie mutig. Es bedeutet auf Deutsch gesagt, das Induktionskochfeld registriert, wo gerade ein Topf oder eine Pfanne steht und merkt sich diesen. Wenn Sie ihn über die Oberfläche bewegen, wird die Temperatur an seinem neuen Platz wieder genauso hoch geregelt wie an der alten Stelle.

So macht kochen mehr Spaß – sie können Speisen kurz wegschieben ohne an Reglern drehen zu müssen. Kein Muss aber sicherlich ganz nett.

VIII. Praktisch: Die Ankochautomatik übernimmt den Anfang

Jeder kocht so: Öl in die Pfanne gießen, Wasser in den Kochtopf geben und den Herd auf die höchste Stufe stellen. Bis alles heiß genug ist, kann man noch etwas schnippeln. Dann regelt man die Temperatur runter und gibt die Zutaten in Pfanne und Topf. Nur dann sind beide meist noch zu heiß – vor allem wenn man nur leicht anbraten oder garen will. Eine Ankochautomatik bringt alles auf genau die von Ihnen gewählte Temperatur und hält diese – Sie können in Ruhe schnippeln.

IX. Kindersicherung

Verbrennen kann man sich zwar nicht auf einem Induktionskochfeld. Doch wenn schon Geschirr draufsteht und die Temperatur – durch Kidnerhand – viel zu hoch gedreht wird, kann imemr noch was passieren. Deswegen können Sie die Kindersicherung einschalten, wenn Sie kurz weggehen. Schnell noch mal was einkaufen oder so …

X. Haben Sie keinen Ofen? Dafür gibt es autarke Kochfelder

Autarke Kochfelder haben eigene Bedienelemente sowie einen eigenen Netzanschluss und können unabhängig von einem Backofen platziert werden. Beispielsweise auf einer Kochinsel. So ein Modell ist HK654070FB von AEG. Es hat zwar Cerankochfeldern statt Induktion, dafür aber auch eine Ankochautomatik und Touch-Slide-Bedienung. Wer also skeptisch gegenüber Induktion ist, für den könnte AEGs autarkes Kochfeld eine interessante Alternative sein als Neuauflage des Ceranfeldes.

XI. Wie groß muss mein Kochfeld sein?

Als Standardbreitenmaß von Kochfeld und Kochstelle gilt 60 cm, häufig verfügbar sind aber auch 70 cm, 80 cm oder 90 cm. Auch nur circa 30 bis 40 cm breite Geräte (Modul- oder Domino-Kochfelder) sind zu bekommen, sowie beispielsweise besonders schmale Induktionskochfelder im breitem Panorama-Format.

Was Sie nicht wirklich brauchen

  • Boost-Funktion: Damit wird schneller gekocht, aber das spart nur wenige Sekunden da Induktion sowieso schon schnell ist. Soll angeblich bei manchen GEräten Strom sparen/effizienter sein. Letztendlich bedeutet jede zusätzliche Funktion auch ein zusätzliches Bedienelement, was die Bedienung komplizierter macht.
  • TFT-Touchdisplay: Auf Ihnen können Bilder angezeigt werden, wählen Sie die Fischeinstellung wird Ihnen ein Fisch vorgeführt. Sieht schön aus, kann aber auch sogar verwirren.
  • Rahmenloses Design: Die Hersteller sprechen davon, wie toll das ist, weil jetzt die Töpfe auch über dem Kochfeld überstehen können. Dafür ist es aber auch instabiler und bruchanfälliger. Eher ein Minus als ein Plus.
  • Hob²Hood-Funktion: Das Kochfeld steuert die Dunstabzugshaube. Da hat sich AEG ja was einfallen lassen.

Eines bekommen Sie in jedem Fall: Einen futuristisch anmutenden Herd, der gar nicht mehr so futuristisch ist. Trotzdem können Sie dann Ihre Gäste beeindrucken, wenn Sie den TouchSlider benutzen. Nochmal weil’s so schön war…

aeg kochfeld slide touch

Ahhhhh, Uhhhhh …

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